Was bedeutet eigentlich „ins Fettnäpfchen treten“?
Die Redewendung ins Fettnäpfchen treten bedeutet, es sich mit jemandem zu verderben, weil man ein unangenehmes Thema anspricht oder etwas Unpassendes sagt. Der Ausdruck geht vermutlich auf eine alte bäuerliche Sitte zurück: In der Nähe des Herdes stand oft ein Napf mit Stiefelfett auf dem Boden. In einer anderen Variante wurden Schüsseln aufgestellt, um das Fett von an der Decke aufgehängten Würsten oder Schinken aufzufangen. Wer versehentlich hineintratt, verärgerte damit die Hausfrau – und das Fettnäpfchen war perfekt.
Es gibt Menschen, denen das Herz auf der Zunge liegt. Sie werden gern als „Fettnäpfchentreter“ bezeichnet. Ich muss zugeben, früher gehörte ich selbst manchmal dazu. Wie schnell rutscht einem eine unbedachte Bemerkung heraus, die den anderen kränkt.
Eines meiner schlimmsten Erlebnisse? Vor vielen Jahren fuhr ich mit einer Freundin, die damals etwas korpulenter war, im Auto. Im Radio lief der Song Dicke von Marius Müller-Westernhagen. Ich mag den Sound und habe lauthals mitgesungen. Dabei sagte ich noch: „Ich liebe diesen Song.“ Ihren Blick möchte ich hier lieber nicht beschreiben – peinlicher geht kaum! Zum Glück nahm sie es mit Humor, und heute lachen wir manchmal noch darüber.
Was tun, wenn man ins Fettnäpfchen getreten ist?
Oft folgt auf so eine Situation erst einmal peinliches Schweigen. Die Worte sind gesagt oder die Handlung ist geschehen – zurücknehmen kann man es nicht. Man möchte am liebsten im Boden versinken.
Da wir dafür zu groß sind, hilft nur: reagieren.
-
Charmant überspielen – mit einem Lächeln und einem lockeren Spruch.
-
Aufrichtig entschuldigen, wenn es sich um einen echten Fauxpas handelt.
Wie lassen sich Fettnäpfchen vermeiden?
Es kann jedem passieren, aber es gibt Menschen, denen es ständig passiert. Meist sind es diejenigen, die reden, ohne vorher nachzudenken.
Man kann es sich leicht machen und sagen: „Ich bin eben so.“
Oder man nutzt die Gelegenheit zur Selbstreflexion:
-
Nachdenken, was man hätte anders machen können.
-
Besser zuhören und erst dann sprechen.
-
Auf den Gesprächspartner eingehen, statt gleich loszuplappern.
Schon allein diese Aufmerksamkeit sorgt dafür, dass Fettnäpfchen seltener werden.
Was hat das mit Business zu tun?
Im Business ist es ähnlich:
Wer sofort mit seiner Präsentation loslegt, ohne die Bedürfnisse des Gegenübers zu kennen, wird selten erfolgreich sein. Zuhören ist entscheidend – und zwar aktives Zuhören:
-
Die Aussagen des Gesprächspartners verstehen und bestätigen.
-
Rückfragen stellen, um sicherzugehen, dass man richtig verstanden hat.
Dieses Können lässt sich trainieren – mit Kollegen, Teampartnern oder der Upline.
Ein kleines Geheimnis
Von meiner Mentorin habe ich einen einfachen, aber wirkungsvollen Tipp gelernt: Atmen.
Wenn du zu den Menschen gehörst, die schwer den Mund halten können, mach Folgendes:
-
Hol Luft, atme aus, und gib deinem Gegenüber Zeit, das Gesagte zu verarbeiten.
-
Nutze diesen Moment, um nachzudenken, was du als Nächstes sagen willst.
Gewöhnst du dir das an, wirst du weniger Fettnäpfchen treten – und deine Gespräche im Business bekommen eine ganz neue Qualität.
Mein Tipp: Hör mehr zu, sprich gezielter – und dein Erfolg wird folgen.