Wie interpretierst du Situationen im Alltag?
Bist du jemand, der eher negative oder eher positive Vermutungen anstellt? Bestimmt kennst du folgende Szene:
Du gehst morgens durch den Flur, dein Chef kommt dir entgegen. Du grüßt freundlich – er brummelt nur etwas Unverständliches und geht an dir vorbei. Kein Blickkontakt, kein Lächeln. Und sofort beginnst du zu grübeln: „Was ist los? Habe ich etwas falsch gemacht?“
Diese Gedanken lassen dich den ganzen Tag nicht los. Selbst abends im Bett kreist alles um diese kurze Begegnung.
Was dir vermutlich nicht bewusst ist: In den meisten Fällen hat das Verhalten anderer Menschen überhaupt nichts mit dir zu tun. Wirklich gar nichts. Wir Menschen neigen nur dazu, alles auf uns zu beziehen. Dabei hatte dein Chef vielleicht einfach nur… Sodbrennen.
Gib deinem Gehirn einen besseren Suchauftrag
Beobachte einmal bewusst, welche Hypothesen du aufstellst.
In unserem Beispiel: Denkst du eher „Mein Chef mag mich nicht – der will mich loswerden“?
Wenn ja, bist du nicht allein. Viele Menschen tendieren dazu, sofort negative Annahmen zu treffen.
Unser Gehirn funktioniert dabei wie eine Suchmaschine: Gibst du einen negativen Suchauftrag ein, wird es dir passende „Beweise“ liefern. Und glaub mir – dein Gehirn wird immer fündig.
Die gute Nachricht: Du kannst das aktiv steuern!
Was, wenn du stattdessen denkst:
„Mein Chef hat heute vielleicht einfach einen schlechten Tag – oder Magenprobleme. Ich bin sicher, er schätzt meine Arbeit.“
Dein Denken formt deine Realität
Ein praktisches Beispiel:
Du arbeitest im Network-Marketing und möchtest deine Tante Emma anrufen. Sie hat gesundheitliche Beschwerden – du bist überzeugt, dass die Produkte deiner Firma helfen könnten.
Aber bevor du den Hörer in die Hand nimmst, kommen dir Gedanken wie:
„Ach, die wird mich sowieso abwimmeln. Bestimmt sagt sie, ich wolle ihr nur überteuerten Quatsch andrehen…“
Was wird passieren, wenn du mit dieser Haltung anrufst? Genau: Tante Emma wird deine Unsicherheit spüren – und vermutlich genau so reagieren, wie du es befürchtet hast.
Nun stell dir vor, du gibst deinem Gehirn eine andere Anweisung:
„Sie wird sich freuen, dass ich an sie gedacht habe. Vielleicht helfen ihr die Produkte wirklich – und sie ist dankbar, dass ich sie informiere.“
Was glaubst du, wie das Gespräch dann verläuft?
Fazit: Wähle deine Gedanken bewusst
Achte einmal ganz bewusst auf deine Hypothesen im Alltag.
Hör auf, jede Reaktion sofort auf dich zu beziehen.
Meistens geht es gar nicht um dich – und mit positiven Vermutungen wird dein Leben nicht nur leichter, sondern auch erfolgreicher.